Pigmentveränderungen und gutartige Tumoren der Haut


Pigmentveränderungen und gutartige Tumoren gehören zu den häufigsten Hautveränderungen, besonders im Alter und bei sonnenexponierter Haut. Diese Veränderungen sind meist harmlos, können aber kosmetisch störend sein oder zu Verwechslung mit bösartigen Prozessen führen. Ein Verständnis der verschiedenen Typen hilft, zwischen harmlosen und klinisch relevanten Befunden zu unterscheiden. Dermatologische Untersuchung ist wichtig, um die Diagnose zu sichern und bei Bedarf Maßnahmen einzuleiten.

Muttermale und Nävuszellnävi

Muttermale sind gutartige Tumoren aus pigmentierten Zellen (Nävuszellen), die an der Geburt vorhanden sein können oder sich später entwickeln. Sie präsentieren sich als braune bis schwarze, gleichmäßig gefärbte Flecken oder Knötchen. Die meisten Muttermale sind flach und unter 5 Millimeter groß, einige sind jedoch erhaben und größer. Sie sind völlig harmlos, können aber durch mechanische Reizung bluten. Eine ärztliche Kontrolle ist ratsam, um Veränderungen oder Asymmetrien zu dokumentieren. Bei Verdacht auf Veränderung oder kosmetischer Störung kann eine Entfernung erwogen werden, allerdings ohne Dringlichkeit, da eine Malignisierung selten ist.

Alterslentigos und Sommersprossen

Alterslentigos sind flache, braune bis dunkelbraune Flecken, die durch kumulative UV-Exposition entstehen und besonders im höheren Alter auftreten. Sie sind häufig an den Händen, im Gesicht und auf dem Dekolleté zu finden. Sommersprossen (Ephiliden) sind kleinere, hellbraune Flecken bei Menschen mit hellem Hauttyp und oft genetischer Veranlagung. Sie treten besonders nach Sonnenexposition auf und können verblassen, wenn die Sonne gemieden wird. Beide Formen sind völlig gutartig, können aber kosmetisch störend sein. Der beste Schutz ist Sonnenschutz durch Lichtschutzfaktor und Vermeidung intensiver UV-Exposition, besonders während der Mittagsstunden.

Seborrhoische Keratosen

Seborrhoische Keratosen sind die häufigsten gutartigen Hauttumoren bei älteren Menschen. Sie präsentieren sich als braune bis schwarze, erhobene, warzig wirkende Läsionen mit ölig-schuppiger Oberfläche. Sie entstehen durch Proliferation der oberflächlichen Hautschicht und sind völlig harmlos. Die Diagnose ist klinisch, kann aber durch Dermoskopie gesichert werden. Sie können kosmetisch störend sein oder durch Kleidung gereizt werden. Bei Bedarf können sie durch Vereisung, Kürettage oder Laser entfernt werden. Eine Malignisierung findet nicht statt, aber eine Verwechslung mit Melanom ist möglich, daher sollte die Diagnose ärztlich bestätigt werden.

Angiome und Blutschwämmchen

Angiome sind gutartige Tumoren aus Blutgefäßen. Erdbeernävi (kavernöse Hemangiome) sind rötliche bis dunkelrote, erhabene Läsionen, die häufig bei Neugeborenen auftreten und meist spontan regredieren. Kirschflecken sind kleine, hellrote, flache Läsionen bei älteren Menschen. Spider-Nävi zeigen sich als kleine Gefäßspinnen mit zentralem Knötchen und radiären Ästen. Diese Veränderungen sind völlig harmlos. Wenn sie kosmetisch störend sind oder bluten, können sie durch verschiedene Methoden wie Laser oder Vereisung behandelt werden. In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich.

Lipome und andere benigne Tumoren

Lipome sind gutartige Fettgewebstumoren, die sich als weiche, bewegliche Knötchen unter der Haut anfühlen. Sie wachsen langsam und sind völlig harmlos. Sie können kosmetisch störend sein oder Unbehagen verursachen, besonders wenn sie an Druckstellen sitzen. Dermatofibroms sind kleine, feste Knötchen, oft dunkelbraun bis schwarz, ohne Malignisierungspotenzial. Zysten entstehen aus verschlossenen Talgdrüsen und können zur Entzündung neigen. Diese Tumoren erfordern keine Behandlung, können aber bei Bedarf oder Unsicherheit über die Diagnose entfernt werden.

Überwachung und Prävention

Der wichtigste Schutzmechanismus gegen Pigmentveränderungen ist UV-Schutz. Regelmäßiges Auftragen von Sonnencreme mit mindestens LSF 30, Tragen von schützender Kleidung und Vermeidung intensiver Sonneneinstrahlung sind empfohlen. Selbstuntersuchung der Haut auf Veränderungen von Muttermalen (ABCDE-Regel: Asymmetrie, Begrenzung, Farbe, Durchmesser über 6 Millimeter, Erhabenheit) hilft, verdächtige Läsionen frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige dermatologische Untersuchungen sind besonders für Menschen mit vielen Muttermalen oder Familie mit Melanom wichtig.

Wenn Sie neue Pigmentveränderungen bemerken oder bestehende Muttermale sich verändern, sollten Sie diese von einer Dermatologin oder einem Dermatologen überprüfen lassen. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt kann ebenfalls eine erste Einschätzung geben. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker berät Sie gerne bei geeigneten Sonnenschutzmitteln.

Hinweis: Dieser Text dient nur der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch Ärztin oder Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.